Helmut Barthel
Stark für Brandenburg.

Elektromobilität als Chance für Wirtschaft, Kommunen und Verbraucher

Unaufhaltsam, so ahnen es viele, erlebt die Mobilität eine Zeitenwende: weg von fossilen Antriebsstoffen und vor allem hin zur Elektromobilität.

Überall auf der Welt, so auch auf dem größten Markt China, werden bereits rechtsverbindliche Quoten für E-Mobiles eingeführt. In Deutschland jedoch, so scheint es, entwickelt sich vieles langsamer. Man verweist auf die damit einhergehenden unterschiedlichen Herausforderungen wie Mentalitätswandel. Arbeitsplatzabbau, Ladeinfrastruktur etc. Aber auch zwischen den einzelnen Bundesländern gibt es unterschiedliche Umsetzungsstrategien, die sich auch auf den Standortwettbewerb auswirken.

Am 7. November wurde auf einer Informationsveranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Großbeeren die Frage diskutiert, wie die Chancen der Elektromobilität in Brandenburg aussehen. Die Veranstaltung kam auf Initiative von Helmut Barthel, Mitglied des Landtags Brandenburg und Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft & Finanzen der Gemeindevertretung Großbeeren statt. Neben ihm sprachen der Bundestagsabgeordnete Stefan Zierke, Manuele Heise, Referatsleiterin im Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg, Rüdiger Hage, Geschäftsführer Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft mbH (IPG) und Christian Bergner, Interessengemeinschaft Elektromobilität Berlin-Brandenburg, mit den zahlreich erschienenen Gästen.

Dabei wurde klar, dass es bei Weitem nicht nur um die Umstellung des PkW-Antriebs von Verbrennungsmotoren auf Elektroantriebe geht. Die Veränderungen in der Mobilität erfassen ebenso den Fuß- und Radverkehr sowie den öffentlichen und schienengebundenen Personennahverkehr. Zur Zeit werden verschiedene Konzepte zur Gestaltung der zukünftigen Mobilität entwickelt und erprobt, so testet Siemens seit einiger Zeit Oberleitungs-LkW in der Uckermark und im Güterverkehrszentrum (GVZ) in Großbeeren soll im nächsten Jahr der Einsatz von autonom fahrenden Elektrokleinbussen erprobt werden.

Daneben wird die weitere Elektrifizierung des Schienen- und Personennahverkehrs eine wichtige Rolle spielen. Die mehrfach durch das Publikum vorgebrachte Forderung nach der stärkeren Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene wäre wünschenswert, ist aber durch bereits ausgelastete Schienenwege nur durch Neubauten zu erreichen, die erst in über 10 Jahren zur Verfügung stehen würden. Ob sich der Batterie betriebene Elektromotor, die Brennstoffzelle, die Oberleitungs-LkWs oder Induktionssysteme durchsetzen werden, kann man heute noch nicht sagen. Auch deshalb bestand weitest gehende Einigkeit über die Notwendigkeit verschiedene Ansätze zu erforschen, zu entwickeln und zu erproben, um die besten, wirtschaftlichsten, umweltfreundlichsten und nachhaltigsten Lösungen für die mobile Zukunft zu finden.